Ein Hochbeet anlegen heißt: sonnigen, ebenen Platz wählen, die Höhe nach Ihrer Körpergröße bestimmen, unten ein engmaschiges Gitter gegen Wühlmäuse einlegen und Holzwände innen mit Folie schützen. Erst danach kommt die Füllung. Wer diese Reihenfolge einhält, muss das Beet später nicht wieder ausräumen, weil eine Maus von unten eingezogen ist oder die Bretter faulen.
Die Zahlen auf dieser Seite stammen, wo nicht anders verlinkt, vom Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL), das zur Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gehört.
Welcher Standort ist richtig?
Sonnig, eben und in Reichweite des Wasserhahns. Die meisten Gemüsearten wollen viel Licht, darauf weist auch der NABU hin. Das BZL empfiehlt, das Hochbeet in Nord-Süd-Richtung aufzustellen. Dann bekommen beide Längsseiten im Tagesverlauf Sonne, und hohe Pflanzen beschatten die niedrigen weniger.
Drei Dinge prüfen wir vor dem Aufbau:
- Gießwasser. Ein Hochbeet trocknet schneller aus als ein Bodenbeet. Wer jede Kanne quer durch den Garten tragen muss, gießt im August zu selten.
- Zugang. Ein frei stehendes Beet erreichen Sie von beiden Seiten. Steht es an Wand oder Zaun, kommen Sie nur von vorn heran, und es sollte schmaler sein.
- Bäume. Unter Bäumen fehlt Licht, und Wurzeln wachsen von unten in die nährstoffreiche Füllung.
Auf Balkonen und Dachterrassen kommt die Traglast dazu. Das BZL schreibt, dass ein Kubikmeter Erde um die 1,8 Tonnen wiegen kann. Kleine und leichte Modelle vergleichen wir unter Hochbeet für Balkon und Terrasse.
Welche Höhe sollte ein Hochbeet haben?
Das BZL nennt 70 bis 90 cm, gemessen ab Bodenoberfläche. Innerhalb dieser Spanne richtet sich die Höhe nach Ihnen: Groß gewachsene Menschen arbeiten an 90 cm bequemer, wer kleiner ist oder im Sitzen gärtnert, eher an 70 cm. Stellen Sie sich vor dem Kauf an einen Tisch oder eine Arbeitsplatte mit bekannter Höhe und probieren Sie, wo Sie sich nicht bücken müssen.
Die Beete in unserer Datenbank liegen zwischen 60 cm (GFP Luca) und 92 cm (Karibu 28mm Hochbeet 2). Die beiden Rettenmeier-Beete haben 72,5 cm, Biohort und GFP Christina 77 cm, das GFP Mario 80 cm. Wer es höher will, kann ein Holzbeet um eine Brettreihe aufstocken, wenn der Hersteller Erweiterungen anbietet.
Genauso wichtig ist die Breite. Das BZL empfiehlt für ein Beet an der Wand die eigene Armlänge, für ein frei stehendes Beet höchstens das Doppelte. So erreichen Sie jede Pflanze, ohne sich über den Rand zu legen. Ein quadratisches Beet wie das Biohort HochBeet maxi mit 201,6 cm Kantenlänge muss deshalb von allen Seiten zugänglich sein.
Wie schütze ich das Hochbeet vor Wühlmäusen?
Mit einem Drahtgitter am Boden, bevor die erste Schicht hineinkommt. Das BZL empfiehlt Maschendraht mit höchstens 13 mm Maschenweite. Legen Sie das Gitter über die ganze Grundfläche und biegen Sie es an den Rändern ein Stück an den Innenwänden hoch. Dort tackern oder schrauben Sie es fest, damit an den Ecken keine Lücke bleibt. Eine Maus findet jede Lücke.
Das Gitter sollte verzinkt sein, damit es nicht nach wenigen Jahren durchrostet. Beim Biohort HochBeet maxi ist ein Nagerschutz bereits integriert. Bei den übrigen Beeten in unserer Datenbank nennen die Händler keinen, dort legen Sie selbst ein Gitter ein.
Auf Rasen stechen Sie vorher die Soden ab. Das BZL rät, den Boden 20 bis 25 cm tief auszuheben. Die Soden können Sie mit der Grasseite nach unten als Schicht wieder ins Beet legen.
Braucht ein Hochbeet Noppenfolie?
Bei Holz würden wir sie immer einbauen, bei Metall und WPC ist sie meist überflüssig. Das BZL hält eine innenliegende Folie für nicht zwingend notwendig, schreibt aber auch, dass Holz durch den Erdkontakt mit der Zeit morsch wird. Genau dagegen hilft die Folie.
So sitzt sie richtig:
- Die Folie kommt an die Innenwände, der Boden bleibt frei. Wasser muss nach unten ablaufen können, sonst staut es sich im Beet.
- Bei Noppenfolie zeigen die Noppen zum Holz. Dann bleibt zwischen Brett und Folie ein Luftspalt, und das Holz kann abtrocknen.
- Oben endet die Folie knapp unter der Oberkante, damit kein Regen dahinterläuft. Befestigen Sie sie mit Tackernadeln oder einer Leiste.
- Unten überlappt sie das hochgebogene Wühlmausgitter, damit dort keine Lücke entsteht.
Bei Karibu liegt eine feuchtigkeitshemmende Kunststofffolie bei, bei den Rettenmeier-Beeten eine Pflanzfolie. GFP schreibt für seine Metallbeete Luca, Mario und Christina, dass keine Innenfolie erforderlich ist, Vitavia sagt dasselbe für das Meta. Mehr zu den Holzarten und warum Fichte die Folie am dringendsten braucht: Hochbeet aus Holz.
Wie bringe ich einen Schneckenschutz an?
Die Höhe allein hält viele Schnecken fern, aber nicht alle. Sicherer ist eine Schneckenkante, ein nach außen abgewinkeltes Blech, das rundum knapp unter der Oberkante sitzt. Schnecken kriechen die Wand hoch und kommen über den Knick nicht hinweg. Wichtig: Die Kante muss lückenlos umlaufen, auch an den Ecken. Pflanzen, die über den Rand hängen, bilden eine Brücke, schneiden Sie sie zurück.
Biohort bietet für sein HochBeet einen Schneckenschutz als Zubehör an (Biohort-Produktseite). Für Holzbeete gibt es Schneckenkanten aus verzinktem Blech zum Anschrauben im Fachhandel. Eine geschlossene Abdeckung hilft zusätzlich, solange sie zu ist, siehe Hochbeet mit Abdeckung.
Hochbeet auf der Terrasse: was ist anders?
Auf Pflaster oder Platten entfällt das Wühlmausgitter, und die Höhe des Beets bleibt voll nutzbar. Zwei Dinge sollten Sie bedenken. Erstens läuft überschüssiges Gießwasser unten heraus und kann Platten verfärben, bei Cortenstahl auch durch Rostwasser. Eine Kiesschicht oder ein Rand aus Pflastersteinen unter dem Beet fängt das ab. Zweitens fehlt der Kontakt zum Erdreich, Regenwürmer kommen nicht von selbst hinein. Etwas reifer Kompost in der Füllung bringt Bodenleben mit.
Der Untergrund muss eben und tragfähig sein. GFP verlangt für seine Metallbeete ausdrücklich kein Fundament, aber genau das: einen ebenen, tragfähigen Untergrund.
Hochbeet aufbauen: die Reihenfolge
- Standort festlegen, Fläche ausmessen und abstecken.
- Auf Rasen die Soden abstechen und den Boden ausheben, dann einebnen.
- Beet nach Anleitung aufbauen und mit der Wasserwaage ausrichten.
- Wühlmausgitter einlegen und an den Seiten hochziehen.
- Bei Holz die Folie an den Innenwänden befestigen, überlappend zum Gitter.
- Schichtweise befüllen, von grob nach fein. Wie viele Liter jede Schicht braucht, rechnet der Befüllrechner für Ihr Maß aus.
- Schneckenkante montieren, falls gewünscht.
- Bepflanzen. Was im ersten Jahr hineingehört, steht unter Hochbeet bepflanzen.
Ein guter Zeitpunkt zum Anlegen ist der Herbst, weil dann Laub und Gehölzschnitt anfallen, die in die unteren Schichten gehören. Ein im Herbst befülltes Beet hat sich bis zum Frühjahr etwas gesetzt. Die Füllung sackt über die Jahre weiter, das BZL rät, mit Roh- und Feinkompost nachzufüllen, und rechnet nach etwa sechs Jahren mit einer Neubefüllung.